Wie funktioniert Flugsicherung?

Unsere Fluglotsinnen und Fluglotsen leiten die Flugzeuge, vom Start über den Reiseflug bis zur Landung. Das gilt sowohl für zivile als auch für militärische Flüge – diese Art der Kooperation ist weltweit einmalig. Aber auch Piloten, die nach Sicht fliegen, werden von der DFS unterstützt. 

Fluglotsen im Tower


Die Fluglotsen 

Unsere Fluglotsinnen und Fluglotsen sorgen dafür, dass Flüge sicher, geordnet und flüssig ablaufen. Sie stellen sicher, dass zwischen den Luftfahrzeugen immer ausreichend Abstand ist. Fluglotsen arbeiten in den Radarkontrollzentralen und in den Towern.  

Die Fluglotsen im Tower kontrollieren das Geschehen auf dem Rollfeld, auf den Start- und Landebahnen sowie im umliegenden Luftraum: Sie stellen sicher, dass der Verkehr am Flughafen reibungslos abläuft. Per Sprechfunk lotsen sie die rollenden, startenden und landenden Flugzeuge. Sie informieren die Piloten über die Abflugverfahren und erteilen die Startfreigabe. Dabei haben die Towerlotsen direkten Sichtkontakt zu den Flugzeugen. Bei Nebel und in der Nacht werden sie von einem Bodenradar unterstützt. 

Die Fluglotsen in der Kontrollzentrale dagegen bekommen die Flugzeuge nur als Symbol auf ihrem Radarbildschirm zu sehen. Insgesamt gibt es bei der DFS vier solcher Kontrollzentralen: in Langen, in Bremen, in München und in Karlsruhe. Jeder Flug nach Instrumentenflugregeln wird von den Centerlotsen der DFS kontrolliert. Der untere Teil des Luftraums – bis zu einer Höhe von rund 7.500 Meter – wird dabei von Langen, Bremen und München aus überwacht. Den oberen Luftraum haben die Kolleginnen und Kollegen in Karlsruhe im Blick.



So funktioniert Flugsicherung 

Tag für Tag finden im deutschen Luftraum mehrere tausend Flüge nach Instrumentenflugregeln statt. Instrumentenflug bedeutet: Die Piloten fliegen nicht auf Sicht, sondern orientieren sich an den Instrumenten im Cockpit – und richten sich nach den Anweisungen der Flugsicherung. Die Fluglotsen überwachen die Flugzeuge vom Start bis zur Landung und sorgen auf der gesamten Flugstrecke dafür, dass diese immer ausreichend Sicherheitsabstand zueinander haben. Um das zu gewährleisten, betreibt die DFS eine Vielzahl technischer Anlagen für Ortung, Navigation und Kommunikation.




Der Luftraum 

Der deutsche Luftraum ist in so genannte Fluginformationsgebiete unterteilt, die den Radarkontrollzentralen zugeordnet sind. Innerhalb der Center ist jedes Fluginformationsgebiet wiederum in Sektoren aufgeteilt, die jeweils von einem Zweierteam überwacht werden: von einem Radar- und einem Koordinationslotsen. Während der Radarlotse den Radarschirm im Auge behält, den Piloten über Funk Anweisungen gibt und Freigaben erteilt, spricht sein Kollege mit den benachbarten Sektoren. Er stimmt beispielsweise Übergabehöhen für den ein- und ausfliegenden Verkehr ab, nimmt entsprechende Informationen entgegen und unterstützt den Radarlotsen. Denn vier Augen sehen mehr als zwei. 

Die Centerlotsen staffeln die Flugzeuge: Sie sorgen dafür, dass sie vertikal mindestens 1.000 Fuß (rund 300 Meter) und horizontal zwischen zweieinhalb und acht nautische Meilen (das sind 4,6 bis 14,8 Kilometer) Abstand zueinander haben. Fliegt ein Pilot nach Sichtflugregeln und nicht nach Instrumenten, ist er oder sie selbst dafür verantwortlich, den Abstand zu anderen Flugzeugen einzuhalten. Diese Piloten werden dann nicht von der DFS kontrolliert und dürfen bestimmte Lufträume nicht nutzen. 





Blick aus dem Flugzeugfenster während des Fluges


FIS-Lotsen


Air Traffic Management 

Neben den Fluglotsinnen und Fluglotsen arbeiten bei der DFS noch weitere Spezialisten, die für einen sicheren Flugverkehr sorgen: 

Flugdatenbearbeiterinnen und Flugdatenbearbeiter überwachen die Flugpläne aller kontrollierten Flüge innerhalb eines Luftraums, eines so genannten Sektors. Wenn Fluglotsen Änderungswünsche einer Flugzeugbesatzung bezüglich der Streckenführung oder Höhe erhalten, korrigieren Flugdatenbearbeiter die Flugpläne entsprechend und leiten die Informationen gegebenenfalls an andere Kooperationspartner wie benachbarte Sektoren weiter. Gründe für Flugplanänderungen sind beispielsweise schwierige Wettersituationen oder Notfälle. 

FIS-Spezialisten leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Luftraum. Sie stellen Informationen und Hinweise für Piloten während des Fluges bereit. Dieser Service heißt Fluginformationsdienst, kurz FIS. Genutzt wird er von Flugzeugführern, die nach Sichtflugregeln fliegen und nicht von Fluglotsen kontrolliert werden. FIS ist im kontrollierten und unkontrollierten Luftraum auf bestimmten Sprechfunkfrequenzen zu erreichen. Die zuständige Kontrollzentrale ist Langen. Zu den Aufgaben der FIS-Spezialisten zählen zum Beispiel gezielte Wetterinformationen an Piloten, die sich über die Frequenz gemeldet haben, oder die Unterstützung bei der Navigation. FIS stellt aber keine Staffelung her – dazu ist der Pilot nach Sichtflugregeln selbst verpflichtet. 

Flugberaterinnen und Flugberater unseres Aeronautical Information Service (AIS) unterstützen Piloten bei der Vorbereitung eines Fluges. Sie nehmen zum Beispiel Flugpläne entgegen und verarbeiten sie. Alle Flugberater der DFS arbeiten im AIS-Center in Langen.



Tornado-Flugzeug der Luftwaffe


Zivil-militärische Integration

Die DFS ist seit ihrer Gründung im Jahr 1993 nicht nur für die Kontrolle des zivilen Flugverkehrs, sondern auch für die des überörtlichen militärischen Luftverkehrs zuständig. Dazu wurde militärisches Personal in die DFS integriert, um eine effektive und effiziente Zusammenarbeit in allen Bereichen der Flugsicherung zu ermöglichen.


DFS-Akademie

Interne Schulung im Klassenraum


Unser operatives Personal bilden wir an unserer eigenen Flugsicherungsakademie aus. Hier lernen die angehenden Fluglotsinnen und Fluglotsen alles, was sie für ihren späteren Beruf brauchen - von Navigation und Meteorologie bis zu Sprechfunkverfahren und Luftfahrt-Englisch. Unterrichtet werden sie von Flugsicherungs-Profis, die jede Menge Erfahrung mitbringen.

Ein wesentlicher Teil der Ausbildung sind praktische Übungen: Unseren modernen Simulatoren bilden die Arbeitsumgebung im Tower oder in der Kontrollzentrale perfekt nach. Hier können die angehenden Lotsen das Gelernte umsetzen und die Abläufe trainieren. Daran schließt sich nahtlos der praktische Teil der Ausbildung an, der am späteren Arbeitsplatz stattfindet.

Die Flugsicherungsakademie der DFS genießt über Deutschland hinaus einen hervorragenden Ruf. Auch Flugsicherungsorganisationen anderer Länder nutzen unser Know-how und unsere Technik für die Aus- und Weiterbildung ihrer Fluglotsen. 

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