Spätestens mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 und der daraufhin ausgerufenen Zeitenwende ist die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands stärker in den Fokus gerückt. Aus einer abstrakten Bedrohung für die NATO-Partner ist eine konkrete Gefahr geworden. Auch die deutsche Flugsicherung spielt für die militärische Einsatzfähigkeit eine wichtige Rolle.
Die DFS ist seit ihrer Gründung im Jahr 1993 nicht nur für die Kontrolle des zivilen Flugverkehrs zuständig, sondern auch für die des überörtlichen militärischen Luftverkehrs. Zivilen und militärischen Luftfahrzeugen steht ein gemeinsam genutzter Luftraum zur Verfügung, der nach Bedarf gesteuert wird. Die DFS gilt als Vorreiter in Sachen flexible Nutzung des Luftraums (Flexible Use of Airspace).
Seit vielen Jahren arbeiten die DFS-Fachleute deshalb eng mit dem Militär zusammen, wenn es um die optimierte Balance zwischen ziviler und militärischer Inanspruchnahme des Luftraums geht. Diese Zusammenarbeit beider Seiten ist strategischer Bestandteil. Es ist möglich, Flüge flexibel zu planen; gleichzeitig muss jedoch sichergestellt sein, dass im Ausnahmefall schnell und effektiv reagiert werden kann. Dass dies möglich ist, hat die DFS zu Beginn des Ukraine-Krieges bewiesen.
Eine wichtige Rolle bei dieser Kooperation spielt der Ausschuss zivil-militärische Zusammenarbeit. Dieses Gremium ist dem Verteidigungsministerium und dem Verkehrsministerium zugeordnet und wird von der DFS moderiert.
Neben Fragen zur Luftraumstruktur werden im Ausschuss alle relevanten Aspekte der zivil-militärischen Zusammenarbeit behandelt. Dazu gehört unter anderem die Abstimmung von Verfahren sowie die Planung zukünftiger Entwicklungen. Ebenso werden Positionen Deutschlands in Bezug auf internationale Vorhaben abgestimmt.
Eine so intensive Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Partnern ist keineswegs selbstverständlich. In anderen europäischen Ländern wird ein deutlich distanzierterer Umgang gepflegt. Die enge Kooperation in Deutschland gilt deshalb als Erfolgsmodell.




